© 2019 by Petra Warstat

 

Osser-Alpakas

 

Aus der 

Rundschau Cham | Landkreisreport | 26.06.2019

Faszination Osser-Alpakas:

Im Luftkurort Arrach gibt es ein Date mit den Anden-Kamelen von Petra Warstat.

Alles begann mit dem Augenzwinkern einer Alpaka-Stute: Petra und Andreas Warstat haben eine Leidenschaft für diese unvergleichlichen Tiere entwickelt. Titel/Fotos: Regina Pfeffer

Von Regina Pfeffer

Arrach. Kulleraugen statt Knopf im Ohr und ein Wesen zum Verlieben: Dies sind die Markenzeichen der Alpakas. Mitten im schönen Lamer Winkel, wo sonst Kühe, Schafe oder ein paar Hühner beheimatet sind, findet man bei Petra und Andreas Warstat in idyllischer Lage am Ortsrand von Haibühl in Hinterfrahels eine kleine Alpaka-Herde.

Osser-Alpakas - so der Name, den das aus München stammende Ehepaar ihrer kleinen Farm im weiteren Umfeld des Arracher Seeparks gegeben hat. Die Kamelart kommt ursprünglich aus Südamerika, genauer gesagt aus Chile, Peru oder Bolivien. Doch wie kam es dazu, dass die Alpakas nun auch im Bayerischen Wald zu Hause sind?

Andreas Warstat und seine Frau Petra, hatten das Stadtleben satt und suchten nach einem ruhigeren Domizil.

Durch eine gemeinsame Bekannte, Gitti Leitermann aus Furth im Wald, wurden sie auf ein altes Bauernhaus in Hinterfrahels aufmerksam, das zum Verkauf stand. Es brauchte keine langen Überlegungen. 2002 kauften sie das Anwesen am Waldrand und begannen damit, es systematisch und fast ausschließlich mit Eigenleistung auszubauen und bewohnbar zu machen.

“Viele, viele Wochenenden waren wir zugange. 2016 haben wir schließlich unseren Wohnort und Firmensitz hierher verlegt. Das war die beste Entscheidung überhaupt”, so Andreas Warstat, der nun zwischen Arrach und München pendelt. “Schweren Herzens. Es fällt mir jedes Mal am Wochenanfang schwer, wegzufahren”, sagt der Unternehmer, der im Luftkurort Arrach seine neue Heimat gefunden und viele nette Leute kennengelernt hat, mit denen enge Freundschaften entstanden sind.

Ihren Traum verwirklicht hat sich auch seine Frau Petra. “Ich wollte Tiere haben, die man nicht essen kann”, so die überzeugte Vegetarierin augenzwinkernd. Dazu muss man wissen, dass vor fast 5000 Jahren, als die Inkas begannen, Alpakas zu züchten, für sie besonders die Wolle und das Fleisch interessant waren. Hierzulande aber spielt das Alpaka als Fleischlieferant keine Rolle. Zum Haushalt gehört auch noch Hund Jäppy aus Ungarn.

Freude- und Ruhespender, Rasenmäher und Wolllieferant zugleich - das Interesse an den pflegeleichten und sauberen Herdentieren war also schnell geweckt.

Am 18. Juni letzten Jahres entschloss sich das Ehepaar zur Anschaffung dieser südamerikanischen, domestizierten, kamelartigen Tiere und so fanden die ersten vier Stuten (zwei davon hochtragend) und ein Wallach ihr neues Zuhause an der Gemeindegrenze zwischen Arrach und Lam.

Von dem regelrechten Hype, der sich dank des Internets um die kleinen Kamele entwickelt hat, wurden auch die Warstats regelrecht überrascht.

Um nicht völlig “blauäugig” an die Sache heranzugehen, holte sich Petra Warstat in einem Grundlagenseminar für Einsteiger ein erstes Grundwissen über die friedliebenden Tiere.

Immer einen guten Rat parat haben auch andere Alpaka-Besitzer (zum Beispiel von Johann und Sonja Früchtl vom Alpaka-Hof Grüne Au in Zandt) und vor allem bekannte Züchter wie Christian Tesch von der Weilachmühle in Thalhausen (Landkreis Dachau).

Diese Alpaka-Rasse, Huacayas genannt, macht 90 Prozent der Alpaka-Population aus. Inzwischen sind zehn der Paarhufer auf der großen Weide beim Wohnhaus und in der zum Stall ausgebauten Scheune einquartiert.

“Chefin” der Truppe ist Leitstute Fee. “Der Umgang mit den Tieren bereitet einfach sehr viel Freude. Sie sind aufmerksam und lernfähig und aufgrund ihres Fressverhaltens tolle Landschaftspfleger”, so Petra Warstat.

Termine für die Führungen sind jeweils Samstag und Sonntag. Treffpunkt ist um 14 Uhr im Seepark Arrach (bei den Klettersteinen). In den bayerischen Ferien und im Sommer von 20. Juni bis 10. September zusätzlich auch Dienstag und Donnerstag um 14 Uhr.

Bei den Wochenendterminen kann eine Anmeldung bis Freitag 12 Uhr erfolgen und bei den Terminen am Dienstag und Donnerstag jeweils einen Tag vorher bis 12 Uhr auf www.osser-alpakas.de und in der Touristinfo Arrach.